Knickerbockers Jazziga Jade "Jemba"

15.01.2010 - 02.08.2019

HD-C/C - ED-0/0

LPN1-N/N

69.5 cm / 53 kg

Ich erinnere mich, als ob es gestern gewesen wäre: An einem Mittwochabend im März 2010 entdeckte ich im legendären Facebook einen auffallend dunklen Welpen, der es mir spontan angetan hatte. Sollte das kleine, hübsche Mädchen noch ein Plätzchen suchen, könnte sich mein langgehegter Wunsch nach einer sehr dunklen Hündin vielleicht erfüllen.
Ahnentafel durchforstet, Vorfahren so gut als möglich durchforstet, abgewogen, ob ich angesichts einer bevorstehenden Darmoperation tatsächlich nach Schweden fahren würde, um ggf. diese schwarze Perle zu mir zu holen, ein Herz gefasst und Züchterin Pirre Andersson angeschrieben. Die Antwort kam prompt: Knickerbockers Jazziga Jade war so gut wie sicher  versprochen. Es hiess jedoch, die Familie habe sich noch Bedenkzeit eingeräumt. Die Entscheidung würde noch an jenem Abend fallen....  Bis irgendwann nach Mitternacht sass ich am Computer, checkte alle 5 Minuten das Nachrichtenfenster und hoffte auf positive News. Andrerseits ritt mich auch ein Teufelchen, welches mir einzuflüstern versuchte, dass ich nicht alle Tassen im Schrank hätte, ausgerechnet wegen dieser Hündin, von welcher ich auch hoffte, sie würde mir eines Tages 1-2 Würfe schenken, die lange Reise nach Schweden zu planen.

Als Pirre noch in jener Nacht schrieb, die Familie habe sich für die ganz HELLE Hündin im Wurf entschieden, wurden sämtliche Überlegungen hinfällig, und ich freute mich nur noch auf die kleine black pearl, für welche ich tags darauf einen ebenso spontanen Einfall für einen passenden Rufnamen hatte: Jemba soll sie heissen, meine kleine, süsse Schwedin!

Ein paar Fragen noch zu den Elterntieren, zur übrigen Verwandtschaft, zu deren Charaktereigenschaften, Gesundheitsfakten, resp. Krankengeschichten, und schon ging es in den kommenden Tagen an die Reiseplanung.

Die Ostertage 2010 schienen für alle Beteiligten perfekt zu sein: Jemba in reisefähigem Alter, meine in Deutschland lebende Freundin Petra als Begleitung inkl. Übernachtungsmöglichkeit bei ihr und Jürgen auf dem Rückweg, zu Hause mein Mann, der meine anderen beiden Leomädels betreute und eine liebenswerte und kooperative Züchterin, welche bereit war, uns 300 km entgegenzufahren. Was wollte ich mehr?!

Jemba lebte sich extrem schnell in ihrer neuen Umgebung ein und entwickelte sich zu einer temperamentvollen, sportlichen Hündin, die gern überall mit dabei war. Sie begleitete uns über all die Jahre auf Ausflüge in der näheren Umgebung und auf Wanderungen in den Bergen.
Bereits im Alter von eineinhalb Jahren konnte ich Jemba ohne Leine mit auf die Wiesen nehmen, wenn wir am Heuen waren. Auf Jemba konnte man sich verlassen, denn sie zeigte keinen Jagdtrieb und begegnete ihrer Umwelt samt Joggern, Radfahrern, herumrennenden Kindern, fremden Hunden trotz ihres Temperaments und ihrer Lebensfreude stets gelassen und souverän. Das Einzige, was sie aus der Fassung bringen konnte, war ein Ball, der nur noch halbwegs mit Luft aufgepumpt war, ein Büchsensack oder sonst ein für sie gut fassbarer Gegenstand. Indem sie das Objekt ihrer Begierde vor irgendwelche Menschenfüsse warf, erwartete sie von uns wie auch von Besuchern, dass man es gefälligst durch die Luft werfe, so dass sie es holen oder gar im Flug auffangen konnte. Diesem annähernd süchtigen Verhalten mussten wir mit der Zeit Einhalt gebieten, denn im Alter von knapp 6 Jahren bemerkten wir eine dann und wann auftretende Lahmheit am linken Vorderbein, die wenige Monate später als permanentes Hinken auftrat. Nach verschiedenen sanften Therapieversuchen und Schmerzmittelgaben, die leider nichts bewirkten, wurde Jemba im Herbst 2017 an der Bizepssehne operiert, eine Stammzellentherapie wurde durchgeführt, gefolgt vom späteren Tragen eines sog. Dog Leggs, einer Art Geschirr zur Stabilisierung der Schultergelenke über mehrere Monate. Jemba hinkte weiterhin, wollte aber nach wie vor überall mit dabei sein.
Die kleinen Knötchen, die man anlässlich der Arztbesuche im Herbst 2017 entdeckt hatte, behielten wir im Auge. Eines davon wuchs zu einer grösseren Geschwulst heran. Diese und drei weitere, kleinere Knoten wurden am 28. November 2018 entfernt und das entnommene Gewebe histologisch untersucht. Es handelte sich um Adenokarzinome, die jedoch sauber entfernt werden konnten und von welchen wir hofften, dass sie sich nicht nochmals irgendwo in Jembas Körper melden würden.
Die Operation hat Jemba mit Bravour überstanden. Sie war bereits am Tag danach wieder fit wie vor dem Eingriff, und am 15. Januar 2019 durften wir ihren 9. Geburtstag feiern.

Parallel zu Jembas Schulterproblem, schlich sich in den letzten 2 Jahren auch ein beginnendes Atemproblem ein, was dazu führte, dass wir es nicht mehr verantworten konnten, Jemba auf ausgiebige Wanderungen, vor allem bei hochsommerlichen Temperaturen, mitzunehmen.

Als ob dies nicht genug wäre, beobachteten wir ab anfangs 2019, dass Jemba ihr rechtes Hinterbein zu schonen begann. Nichts desto trotz: Dabei sein war alles, und wer im Garten vor Freude und Ungeduld zu quietschen begann und am schnellsten zur Tür raus schoss, wenn ein Spaziergang oder gar ein Ausflug mit dem Auto geplant war, war Jemba!

 

Liebe Jemba - ich erkannte, dass mein Energiebündel älter wurde, und Deine Beschwerden waren offensichtlich. Wir trugen uns mit dem Gedanken, dass Du vielleicht eines Tages nicht mehr in der Lage sein könntest, aufzustehen oder dass wir uns aufgrund einer ernsthaften Erkrankung auf einen Abschied vorbereiten müssten. Aber eine Vorbereitung war uns nicht vergönnt. Du bist so spontan gegangen, wie Du einst in unser Leben getreten warst.

 

Jemba erlitt am 2. August 2019 eine Magendrehung. Aufgrund ihrer verschiedenen Altersbeschwerden entschieden wir uns schweren Herzens, unsere wunderbare und von allen geliebte Jemba, Mutter unseres K-Wurfs,gehen zu lassen.

 

Mach's gut im Land der Träume auf der anderen Seite des Regenbogens, geliebte Jemba, Mäusekind, Mäus,
Bünzli, liebster Champ.......

 

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